Auf der Insel

Hätten wir mal auf das gehört, was wir gelesen haben: Chiloe, ein Insel, auf der es jede Menge Regen gibt. Na, wie sollten sonst die Bäume auch die Grünsten und die Wiesen die Saftigsten, die Seen die Schönsten sein.

Ihr müsst unbedingt noch Chiloe sehen. Das war die Empfehlung unserer Gastgeberin in Puerto Natales. Sie muss es wissen, denn sie ist auf der Insel aufgewachsen. Mit der Fähre sind wir übergesetzt. Castro, die „Hauptstadt“ von Chiloe, sollte unser erstes Ziel sein. Eine Stadt, die es zum Status einer Kulturstadt von internationalem Ruf geschafft hat. So steht es in meiner Reiseliteratur. Sie ist wirklich schön mit ihren Häusern am Pazifikstrand, die auf Stelzen gebaut sind, mit den vielen anderen netten Holzhäuschen, die die Geschichte von Einwanderern aus der Schweiz erzählen und mit ihrer auffallend bunten Kirche ganz aus Holz. Allerdings ist Castro auch eine Stadt der Auto-Kultur. Blechlawinen über Blechlawinen wälzen sich durch die engen Straßen. Und die verwandeln sich während eines Regens (es regnet oft) in Wasserstraßen. Polizisten mühen sich mit Trillerpfeifen und Handzeichen, dass der Verkehr so einigermaßen rollt. An diesen verkehrsgeregelten Kreuzungen ist es unglaublich laut – eine einzige Kakophonie aus Fahrgeräuschen, Hupen und Trillergepfeife.
Wir suchen unseren Zeltplatz. Dieses Mal ist es Pech für uns, kaum ein Wort Spanisch zu können. Fast vier Kilometer müssen wir uns über steile Straßen anstrengen, bis wir unseren Platz gefunden haben (um später zu erfahren, dass auch ein Bus dorthin fährt). Aber dafür begegneten wir Weihnachtsmännern hinter blühenden Sträuchern und Rosen, gingen an weißen Weihnachtsbäumen und reifenden Himbeeren vorbei. Und wir hatten Glück – es war Regenpause. Wir haben noch mehr Glück: Es ist ein schöner Campingplatz (auf dem wir die einzigen Gäste sind) und gleich nebenan ist ein „Supermarkt“ (die Paar-Quadratmeter-Läden nennen sich meistens wirklich so), in dem es Bier gibt, worüber sich Herby besonders freut.
Zwei Tage haben wir für Castro eingeplant – genügend Zeit für das verregnete Städtchen. Dann wollen wir zur anderen Seite der Insel wechseln, nach Cucao, in den Nationalpark (und in der Hoffnung, dass es dort weniger nass ist).
Bis dahin, liebe Leute,
Herby & Trixi

Posted in Chile-Impressionen.

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