Eis und Schnee – Oh je

Also, um es vorweg zu nehmen: Es war kalt. Manchmal eiskalt. Es hat uns sozusagen eiskalt erwischt. Dazu stürmige Böen, die einen glattweg umhauen können. Der Ausflug in den Nationalpark war kein Spaziergang.

Und doch kommen laut meinen Recherchen jedes Jahr um die 200.000 Touristen, um die patagonische Einzigartigkeit zu erleben. In diesem Jahr sind es mit uns beiden 200.002 Touristen. Manche kommen – allen Ernstes – mit lockerleichten Halbschuhen an. Das haben wir uns nicht getraut. Ich hätte wohl auch ganz schön an den Füßen gefroren.
Jedenfalls ist dieser Nationalpark  wohl tatsächlich einzigartig. Gerade hatten wir noch Frühling – und gute hundert Meter höher rieselt der Schnee. Eigentlich rieselt er nicht, sondern wird einem kräftig ins Gesicht gepustet. Eine weitere Einzigartigkeit ist, dass nichts bleibt, wie es gerade ist. Gerade noch wollte uns der Sturm umfegen, plötzlich scheint die Sonne. Und das Schauspiel der Wolken um die Berggipfel und -zacken ist ebenfalls einzigartig. Mal kuscheln sich die Wolken an die Berge und decken sie dermaßen zu, dass kein Zipfelchen hervorguckt. Und dann verduften sie mal ein Weilchen, gerade lang genug, um Fotos zu machen, die dann zu Hause gezeigt werden : Guck mal, so schön ist es dort.
Durch einen großen Teil dieser einzigartigen Bergwelt haben wir uns mit unseren Rucksäcken geschuftet. Gut 100 Kilometer sind wir in den knapp neun Tagen gelaufen. Eigentlich wollten wir noch viel mehr vom Nationalpark sehen (um möglichst viel für unser Eintrittsgeld zu bekommen), doch ein großer Teil war wegen Schnee und Eis noch gesperrt. Was für unsere Rückkehr ins zivilisierte Leben vielleicht ganz gut war. Denn es gab kaum Gelegenheiten, sich zu waschen oder die Wäsche zu wechseln – viel zu kalt für so was. Nun haben wir so eine kleine Ahnung, wie das ganz ganz früher so war für die Menschen im Winter. Bloß, dass der länger war, als nur acht Nächte und neun Tage.

So, Ihr lieben Freunde, das war der zweite Teil unseres Berichtes aus dem Nationalpark. Ein dritter (und letzter) Teil ist noch in der Planung, dann machen wir uns auf den Weg in den Norden, wo es wieder wärmer wird,

Hasta Luego,
Herby und Trixi

PS: Bis jetzt hat noch keiner das Bilderrätsel vom vorherigen Eintrag gelöst. Hier ein Tipp: Aprikosen sind es nicht 🙂

Posted in Chile-Impressionen.

2 Comments

  1. Llao Llao,
    Pilzgewächs, Cyttaria hariotti

    Für das Bier wohne ich leider viel zu weit weg. Mindestens 9 Tageswanderungen 🙂

    Viel Spaß auf der weiteren Reise. Ich lese immer gerne solche Reisebereichte.

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