Kambodscha Ankunft

Posted by on 4. Januar 2018

Nun sind wir bereits einige Tage in Kambodscha. Vom sanft dahintreibenden Inselleben sind wir wieder in der Betriebsamkeit des Stadtlebens angekommen.
Etwas abenteuerlich war der Grenzübergang. Die Fahrkarten zu bekommen von der Insel zum Städtchen Stung Treng auf kambodschanischer Seite war einfach: Die gibt es bei jedem Touranbieter und auch die Unterkünfte reißen sich darum, an diesem Geschäft beteiligt zu sein. Also steigen wir ein in das Fahrzeug und werden auf gut geteerter Straße bis zum Schlagbaum gebracht. Dort steigen wir aus, schultern unsere Rucksäcke und begeben uns zum Laos-Grenzposten. Der will von jedem 2 Dollar, ehe er den Ausreisestempel in den Pass drückt. Das legitime Stempelgeld beträgt zwar nur einen Dollar. Aber ohne Stempel lässt uns der nächste Beamte nicht passieren.
Nun laufen wir gut hundert Meter bis zum kambodschanischen Grenzposten. Dort müssen wir erst an einem Wächter vorbei, der uns nach unserer Gesundheit fragt und uns für den Fall plötzlich auftretenden Unwohlseins in Kambodscha einen Info-Zettel in die Hand drückt. Kostet je einen Dollar. Dann dürfen wir zum richtigen Grenzposten. Von dem sieht man durch ein winziges Guckfenster nur die Hände. Wir schieben unsere ausgefüllten Visa-Anträge durch das Guckloch, dann die Pässe und je 30 Dollar plus das legitimierte Stempelgeld von einem Dollar. Die schrille Stimme, die zu den aus dem Guckloch gestreckten Händen gehört, will insgesamt 35 Dollar für Visum und Stempel. Dann endlich dürfen wir passieren.
Nun brauchen wir nur noch kambodschanisches Geld. Also hin zum nächsten Geldautomaten. Da einige Ausgaben anstehen, wollen wir für etwa 400 Euro die entsprechende Menge Riel haben. Also tippen wir 2 Millionen ein. Die automatische Stimme dankt für die Richtigkeit aller Angaben und für unseren Besuch. Meine Visa-Karte kommt zurück. Geld kommt keins. Wir versuchen das Ganze noch einmal mit kleinerem Betrag. Nichts. Auch beim dritten Mal: nichts. Und nun? Niemand da, den man fragen könnte. Den richtigen Rat gab es dann im Internet: Ausländer bekommen an Geldautomaten in Kambodscha nur Dollar ausgezahlt (meine Güte, wenn die 2 Millionen ausgezahlt worden wären, dann wären wir jetzt verschuldete Millionäre). Mit den Dollar geht man dann in die nächste Bank und wechselt… Willkommen in Kambodscha.

Über die Städtchen Stung Treng und Kratie (wird Kratschiiii gesprochen) haben wir uns in die Hauptstadt gehangelt.
Die Städtchen muss man nicht unbedingt gesehen haben. Spannend allerdings das Essen, dass an den Straßen angeboten wird: frittierte, handtellergroße Spinnen zum Beispiel. Oder Äffchen am Spieß, was wir aber auf gar keinen Fall fotografieren durften.

Phnom Penh
Fünf Tage Hauptstadtleben – das ist das Höchstmaß für Ruhe gewohnte Landmenschen wie uns. Königspalast, Silberpagode und Nationalmuseum zählen zu den Attraktionen (für Ausländer immer mit üppigem Eintrittspreis verbunden). Uns zieht es mehr in die kleinen Straßen und Gassen. Dort scheint die Zeit vor 100 Jahren stehen geblieben zu sein. Befestigte Straßen – gibt es nicht. Beleuchtung – gibt es nicht. Das Leben der Menschen findet tagsüber vor ihren winzigen Behausungen statt: Dort wird gekocht und gewaschen (und das Wasser auf die Straße gekippt). Alle Abwasser scheinen auf der Straße zu landen. Ratten huschen herum. Kinder werden entlaust. Die Menschen sind uns gegenüber freundlich. Wir dürfen auch in die Töpfe schauen: meist Hühnerfüße oder Gedärm.
Kinder toben und lachen in den gassen. Leere Plaste-Flaschen oder alte Schuhe werden zum Fußball. Die kleinen Kinder winken uns zu: Hello, hello rufen sie.
Hier gibt es sehr viele Kinder und wir fragen uns, wie die Großfamilien in ihren kargen Einzimmer-Behausungen zurecht kommen. Das Leben für die meisten Menschen hier scheint alles andere als einfach zu sein.

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