Paddeln in Sibirien

Zwei Männer und zwei Frauen aus Eigenrieden, einem Dörfchen im Unstrut-Hainich-Kreis, machten mit ihren Faltbooten eine außergewöhnliche Reise auf einem der größten Ströme der Erde, auf der Lena. Oberhalb des Polarkreises setzen sie mit ihren Booten ein und nehmen Kurs auf das Eismeer. In einer Lichtbild-Reportage berichten sie am 26. Januar 2012, um 20 Uhr, im Mühlhäuser Kulturzentrum 3K über ihre Erlebnisse und geben gleichzeitig den Auftakt für die „LichtBildZeit“ in Westthüringen.

Beginnt bei Männern die sogenannte zweite Jugend, wünschen sie sich oft die unvernünftigsten Dinge. Ein Rennrad, zum Beispiel. Oder eine Harley Davidson. Oder einen Sprung mit dem Fallschirm aus einem Sportflugzeug.

Manche wünschen sich eine Paddeltour auf der Lena, einem der größten Ströme der Erde. So ein Wunsch kann ansteckend sein. Gleich zwei Männer, zwei Freunde, tuschelten vermutlich schon länger über ihre Pläne, ehe sie ihre Frauen einweihten, denn: Die sollten bei dem Abenteuer dabei sein.

Die Lena also, ein etwa 4400 Kilometer langer Strom in Sibirien, der in die Laptewsee, einem Randmeer des Nordpolarmeers, mündet. Und ausgerechnet die Laptewsee war erklärtes Ziel unserer Seniorjugendlichen, von denen der eine kürzlich seinen 50. Geburtstag feierte, der andere seinen 60.

O Gott, ich sehe mich und meine Freundin Kerstin gedanklich schon als leidende Ehefrauen. Bibbernd vor Kälte liegen wir nachts in unseren Zelten, tagsüber vernaschen uns Milliarden von Mücken, Wind peitscht unsere schmalen Boote über das Wasser, eiskalte Gischt spritzt uns ins Gesicht. Brot und Wurst werden zur Mangelware, wir ernähren uns nur noch von Reis und Buchweizengrütze. Das Schlimmste: Der Allerwerteste schmerzt vom langen Sitzen im Boot … Trotzdem freuten wir uns, ein Stück dieses geheimnisvollen Sibiriens auf solch  abenteuerliche Weise zu erleben.

Die Lena mit Faltkanus befahren zu wollen, war dann selbst für die meisten Bewohner Jakutiens unvorstellbar. Vor Bären und Wölfen wurden wir gewarnt, vor riesigen Baumstämmen als unberechenbares Treibgut, vor eisigem Wind, vor hohen Wellen.

Und doch waren die Einheimischen begeistert von unserem Vorhaben. Diese Mischung aus Unverständnis, Begeisterung und die Neugier öffnete uns die Türen zu ihren Häusern und Hütten und wir bekamen Einblicke in das karge und entbehrungsreiche Leben der Jäger und Fischer, die am Rand der Lena leben. Wir lernten herzliche Gastfreundschaft kennen. Und wir lernten einen Fluss kennen, der spiegelglatt sein und sich kurzerhand auch in ein wildes, wellenwogendes Meer verwandeln kann. Wir erlebten jenseits des Polarkreises Temperaturen von mehr als 30 Grad genauso wie empfindliche Kälte. Sonnenschein wechselte mit Sturm, der unsere Kanus durch die Luft fliegen ließ und wir manche Stunde Angst um unsere Zelte ausstehen mussten.

In der spannenden, etwa 90-minütigen Reisereportage „Paddeln in Sibirien“ stellen am Donnerstag, 26. Januar, um 20 Uhr in der Mühlhäuser 3K-Spielstätte Kilianikirche der Tierfotograf Ralf Weise und die Journalistin Iris Henning gemeinsam mit ihren Partnern Kerstin und Peter ihr Abenteuer Sibirien vor. Platzreservierungen werden bereits im Verein 3K in Mühlhausen, Unter der Linde 7, Tel. (03601) 440937, entgegengenommen.

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